Akko zur Zeit Süleiman Paschas Akko - Straßen von oben gesehen Akko bei Nacht
 

Überblick und
Geschichte

 


Lage der Stadt

Akko liegt im Nordteil der galiläischen Küstentieflandes, das auch „Tal von Akko“ genannt wird. Ihr nördlicher Nachbar ist das Dorf Bustan haGalil, im Süden begrenzt sie der Na'amanfluß.

Der großartige Akkoer Strand bildet das Nordende der Ablagerung des feinen und weichen Nilsandes.Das auf einer Landzunge erbaute Alt-Akko ist eine der ganz wenigen Mittelmeerküstenstädte, deren Mauern ringsum unversehrt erhalten sind, bis auf die beiden Breschen aus der englischen Mandatszeit, durch die heute der motorisierte Verkehr kriecht. Alt-Akko hat viele Gesichter, und ihre Bauschichten sind fast vollständig erhalten.Vier Religionen haben durch Bauten der Stadt ihren Stempel aufgeprägt. So stehen dort heute die Synagogen der Juden, die Prachtkirchen in den christlichen Nachbarschaften, die mächtigen Moscheen der Mohammedaner und der Grabesgarten des Bahá’u’lláh, des Stifters der Bahá'í–Religion, sowie das dieser Gemeinschaft teure `Abbúd–Haus.

 

Das Klima in Akko ist den größten Teil des Jahres hinurch angenehm. Der Badestrand ist traumhaft, außerdem sind dort ein Jacht‑ und ein Fischereihafen. Die ganze Stadt atmet Geschichte, aus jeder Gasse hallen Stimmen der Vergangenheit, und alles durchweht ein Hauch von Freiheit und Romantik.

Innerhalb der mächtigen Ringmauern fühlt auch der fremde Besucher sich geborgen.

        






 

Über Akko

Der Name
Der Ursprung des Namens 'Akko ist unbekannt, wahrscheinlich jedoch nicht semitisch. Die Ägypter gebrauchten ihn schon im zweiten Jahrtausend unter Null. Seine heroglyphische Schreibweise besteht aber nur aus zwei Konsonanten – mit |'K| wiedergegeben –, und daraus läßt sich nicht mit Sicherheit die Aussprache zumal der letzten Silbe konstruieren.

In den akkadisch geschriebenen el'Amarna–Briefen dient der mit H wiedergegebene Buchstabe zur Bezeichnung der semitischen Kehllaute Alef, He, Chet und 'Ajin, so daß der Name als |HK'| oder |'K'| geschrieben werden konnte. Wäre nicht die Aussprache mündlich überliefert, könnten wir ihn nicht mit Sicherheit mit dem hieroglyphisch geschriebenen Namen gleichsetzen.

Im Assyrischen ist die Schreibweise |AKK| bezeugt. Eine alte hebräische Sage weiß zu erzählen, daß zur Zeit der Sintflut, die die ganze übrige Erde überschwemmte, das Meer bei Akko an die Grenze des Heiligen Landes kam und dort haltmachte, so wie es geschrieben steht bei Hiob im 38. Kapitel: (8) Wer hat das Meer mit Türen verschlossen, da es herausbrach wie aus Mutterleib, (9) da ich's mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln, (10) da ich ihm den Lauf brach mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Türen (11) und sprach: ‘Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!’? „Bis hierher“ heißt hebräisch „'ad ko“, oder zusammengezogen: 'Akko!




Akko in Hieroglyphen



Akko in Keilschrift

 

 

 

 







Kleine Zeittafel

15. Jahrhundert vor Null    Alt-Akko erscheint zum erstenmal in den Verfluchungsschriften der Pharaonen. Diese Sprüche wurden auf tönerne Tafeln oder Geräte geschrieben, mit deren Zerbrechen der Fluch wirksam werden solte.

Akko erscheint auch in der Liste der Eroberungen Thutmosis III.

Altisraelische Zeit

Akko lag in dem dem Stamm Ascher zugeteilten Gebiet, aber es ist nicht ausgemacht, daß er die Stadt auch in Besitz nahm.

701 vor Null  ist Akko ein Zwischenhalt auf dem Weg des assyrischen Königs Sanherib.

333 vor Null wird die Stadt von Alexander dem Großen eingenommen und von Griechen besiedelt.

261 vor Null wird der alte Name Akko in Ptolemais geändert, zu Ehren des Ptolemaios II Philadelphos, Königs von Ägypten

Hasmonäerzeit

Akko ist eine nichtjüdisch bewohnte judenfeindliche Stadt.

Römerzeit

Wichtige Stadt mit gemischter Bevölkerung, während des großen Aufstandes immer noch feindlich gesonnen.

66–68    werden zweitausend jüdische Bürger der Stadt niedergemetzelt. Akko dient den Römern als Truppenlandeplatz, in dem sich die Verstärkungslegionen zur Unterdrückung des Aufstandes sammeln.

Byzantinische Zeit

Gemischt bevölkerte Stadt mit Christengemeinde und eigenem Bischof. Als heilige Stadt angesehen, weil Paulus dort die ersten Christen besuchte.












 

Erste mohammedanische Periode

640 Eroberung durch die Mohammedaner.
Im 9. Jahrhundert erneuert Ibn Tulun den Akkoer Hafen. Beachtliche jüdische Gemeinde.

 




Zeit der Kreuzzüge

1104  Eroberung durch die Kreuzfahrer. Die Stadt wird wichtiges Handels‑ und Herrschaftszentrum.

1187 Saladin nimmt Akko den Kreuzfahrern ab.

1191 Richard Löwenherz erobert die Stadt von den Mohammedanern zurück.

1165        Der Rabbiner, Arzt und Philosoph Maimonides (Rambam) betritt in Akko den Boden des Heiligen Landes.


Kreuzträger beim Einzug in die Stadt Illustration aus dem 19.Jh.












Osmanische Zeit

1743  Der ethische und kabbalistische Schriftsteller Rabbi Moscheh Chajim Luzzato (RaMChaL) läßt sich in Akko nieder.

1750 setzt sich in Akko der Beduinenhäuptling Daher el'Ummar fest, der sich von der türkischen Herrschaft losgesagt und ganz Galiläas bemächtigt hat. El'Ummar befestigt die Stadt mit einer Mauer und baut ihren Hafen neu.

1775  Ein osmanischer Offizier, ein Bosnier namens Achmed elDschasar (“der Schlächter“), wird nach Beseitigung el'Ummars zum Gouverneur von Akko ernannt. ElDschasar verstärkt die Stadtmauer, baut die ganze Stadt zu einer Festung aus und sorgt für ihre Wasserversorgung durch einen Aquädukt.

1799  Belagerung durch Napoleon.

1804 stirbt elDschasar. Sein Nachfolger, Süleiman Pascha, baut Akko weiter aus und erneuert den Aquädukt. Süleiman stirbt 1819.

1819-1831 'Abdallah bin 'Ali Pascha. Läßt 1819 denHofjuden Chajim Farchi umbringen.

1831 Ibrahim ben Muchammad 'Ali Pascha erobert an der Spitze einer ägyptischen Streitmacht das Heilige Land, setzt sich 1832 in Akko fest und breitet sich von hier aus weiter nach Osten aus.

1840 Eine vereinte englisch-türkisch-österreichische Flotte beschießt Akko. Ibrahim Pascha flüchtet sich aus der Stadt.

1840-1918  Akko Hauptstadt des Liwa Nordpalästina im Wilajet Beirut des Osmanischen Reiches.

 




Britische Mandatszeit

1918  vollenden die Engländer die Eroberung des Heiligen Landes. Haifa übernimmt Akkos Rolle, und die Bedeutung Akkos als Hafenstadt sinkt.

1948  Inbesitznahme Akkos durch den Staat Israel.